Zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau entsteht derzeit ein Generationenprojekt: Für rund 130 Millionen Franken baut die Schilthornbahn AG ihr gesamtes Erschliessungssystem um. Wo normalerweise Touristen aus aller Welt das 360-Grad-Panorama geniessen, regieren aktuell Bagger, Seilbahnmonteure und extremer Schneefall.
Diese Fotoreportage dokumentiert den Alltag auf einer der spektakulärsten Baustellen der Alpen – ein Ort, an dem „Leben am Limit“ zum Standard gehört.
Investition: 130 Millionen Franken für die Modernisierung der gesamten Strecke (Stechelberg bis zum Gipfel).
Kapazität: Steigerung von 350 auf 800 Personen pro Stunde bis zur geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2026.
Besonderheit: Da der Platz auf dem Gipfel extrem knapp ist, wurde das berühmte Drehrestaurant Piz Gloriazeitweise zum provisorischen Hotel für 15 bis 20 Bauarbeiter umfunktioniert.
Herausforderung: Arbeiten bei bis zu minus 10 Grad und meterhohem Neuschnee. Präzisionsarbeit ist gefragt – oft entscheiden Millimeter zwischen Felswand und neuer Gondel über den Erfolg.
Während die Ingenieure und Monteure wie Marco Zurschmiede in der Höhe "Unmögliches" möglich machen, wirft das Projekt auch Fragen im Tal auf. In Lauterbrunnen ringt man mit den Schattenseiten des Erfolgs: Verkehrsströme und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für Einheimische sind die Kehrseite des touristischen Wettrüstens.
Die Bilder fangen diesen Kontrast ein: Die rohe Gewalt der Baumaschinen im Fels, die isolierte Kameradschaft der Arbeiter beim Feierabend-Bier im James-Bond-Kino und die unvergleichliche Stille der Berner Alpen, die über all dem thront.
"Eines lernt man als Seilbahnmonteur sehr schnell: Geht nicht, gibt es nicht." – Marco Zurschmiede, Seilbahnmonteur