Das Veloschloss am Sempachersee
Als Fotograf für diese Reportage hatte ich die Gelegenheit, tief in das Herz des neuen Schweizer Profi-Radsportteams einzutauchen. In einem unscheinbaren Industriegebiet in Schenkon, direkt am Sempachersee, verbirgt sich ein Ort, an dem technologische Präzision auf pure Leidenschaft trifft: der Service Course des Tudor Pro Cycling Teams.
Die Ästhetik der Mechanik
Meine Kamera führte mich durch ein 450 Quadratmeter großes Areal, das weit mehr ist als nur ein Lager. Es ist eine Werkstatt der Superlative. Besonders beeindruckend für mich als Bildgestalter war die Symmetrie und Ordnung in der Werkstatt:
Ein Meer aus blitzblank polierten, roten BMC-Maschinen, jede penibel mit dem Namen des Fahrers beschriftet.
Wände voller Laufräder und hunderte von Ersatzteilkisten, die wie ein modernes Stillleben wirken.
Die Wachsstation, in der Ketten für maximale Effizienz vorbereitet werden – ein Detail, das die Akribie dieses Teams perfekt widerspiegelt.
Ein neues Kapitel für Fabian Cancellara
Ein zentraler Aspekt meiner Arbeit war es, die Dynamik zwischen den Köpfen hinter dem Projekt einzufangen. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich Radsport-Legende Fabian Cancellara in seiner neuen Rolle präsentiert. Er sucht nicht mehr das grelle Rampenlicht, sondern agiert als erfahrener Mentor und Eigentümer an der Seite von Team-CEO Raphael Meyer. Die Vertrautheit dieses eingespielten Duos fotografisch festzuhalten, war einer der Höhepunkte dieses Auftrags.
Swissness im Fokus
Was dieses Projekt so besonders macht, ist das kompromisslose Bekenntnis zur Schweiz. Während viele Teams aus logistischen Gründen ins Ausland abwandern, setzt Tudor auf "Swissness". Von den 70 Angestellten bis hin zu den administrativen Hürden – hier wird Professionalität gelebt.
Es war mir eine Freude, die Geburtsstunde dieser neuen Ära im Schweizer Radsport – vom Nachwuchsteam bis hin zu den großen Ambitionen für die World Tour 2026 – mit meinen Bildern zu begleiten.